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Faden wechseln und Farben verbinden beim Häkeln

Der Knoten ist die schlechteste Lösung und die häufigste. Wie Sie sauber die Farbe wechseln, neues Garn ansetzen und Fäden so vernähen, dass sie halten.

Zwei Garnfarben treffen in einer Häkelarbeit aufeinander
Maker: Felicity Clemons,Photographer: Sandra Morrow · CC BY 4.0
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Fast alle machen es beim ersten Mal gleich: Der alte Faden ist zu Ende, man knotet den neuen an und häkelt weiter.

Das funktioniert — bis der Knoten sich mit der Zeit an die Vorderseite arbeitet, sichtbar wird und irgendwann aufgeht.

Das Wichtigste

Der Farbwechsel gehört in den letzten Durchzug der letzten Masche der alten Farbe, nicht an den Anfang der neuen Reihe. Neues Garn setzen Sie genauso an. Knoten Sie nicht — legen Sie die Fäden ein und vernähen Sie sie, das hält länger und ist unsichtbar.

Der Farbwechsel

Die eine Regel, die den Unterschied macht.

Wenn Sie die Farbe erst am Anfang der neuen Reihe wechseln, bekommt die letzte Masche der alten Reihe einen Kopf in der falschen Farbe. Das ergibt eine unsaubere, gezackte Linie zwischen den Farbblöcken.

Richtig geht es so — am Beispiel fester Maschen:

  1. Häkeln Sie die letzte Masche der alten Farbe, bis zwei Schlingen auf der Nadel liegen.
  2. Legen Sie den alten Faden nach hinten.
  3. Holen Sie sich für den letzten Durchzug den neuen Faden.
  4. Ziehen Sie ihn durch beide Schlingen.

Die Masche ist fertig, und die Schlinge auf Ihrer Nadel hat bereits die neue Farbe. Die nächste Masche wird vollständig neu sein.

Dasselbe Prinzip gilt für jede Maschenhöhe: der letzte Durchzug einer Masche bestimmt die Farbe der nächsten.

Neues Garn ansetzen

Wenn ein Knäuel zu Ende geht, ist es derselbe Vorgang — nur ohne Farbwechsel.

Fangen Sie nie mitten in einer Reihe an, wenn es sich vermeiden lässt. Ein Wechsel am Reihenanfang liegt später an der Kante und verschwindet in der Naht oder im Rand.

Und die praktische Faustregel: Reicht der Rest für die nächste Reihe? Ein Streifen Garn, der etwa viermal so lang ist wie Ihre Arbeit breit, genügt in der Regel für eine Reihe fester Maschen. Bei höheren Maschen brauchen Sie mehr. Im Zweifel setzen Sie lieber am Reihenanfang neu an, als mitten in der Reihe stehenzubleiben.

Warum Knoten scheitern

Ein Knoten sitzt im Gewebe als harter Punkt. Beim Tragen und Waschen wandert er, bis er auf der Vorderseite auftaucht. Und weil Garn glatt ist, öffnen sich Knoten unter Zug — genau dann, wenn das Stück schon fertig ist. Vernähte Fäden halten durch Reibung über mehrere Zentimeter und lösen sich nicht.

Fäden vernähen, damit sie halten

Mit einer Wollnadel mit stumpfer Spitze:

  1. Fädeln Sie den Faden ein — mindestens fünfzehn Zentimeter lang.
  2. Führen Sie ihn durch die Maschenköpfe auf der Rückseite, etwa fünf Zentimeter weit, möglichst in gleichfarbigem Garn.
  3. Wechseln Sie die Richtung und gehen Sie zwei bis drei Zentimeter zurück.
  4. Schneiden Sie bündig ab, aber nicht auf Kante — lassen Sie einen Millimeter stehen.

Der Richtungswechsel in Schritt 3 ist der entscheidende Teil. Ein Faden, der nur geradeaus verläuft, rutscht heraus. Einer, der die Richtung wechselt, klemmt sich fest.

Vernähen Sie laufend, nicht am Ende. Eine Decke aus hundert Granny Squares hat zweihundert Fäden. Verteilt auf hundert Abende ist das nichts; an einem einzigen Abend ist es der Grund, warum fertige Decken monatelang unfertig liegen bleiben.

Der unsichtbare Abschluss

Beim Häkeln in Runden fällt der Übergang zwischen erster und letzter Masche auf. Es gibt eine Methode, die ihn fast vollständig verschwinden lässt:

  1. Schneiden Sie den Faden ab und ziehen Sie ihn durch die letzte Schlinge.
  2. Fädeln Sie ihn in eine Wollnadel.
  3. Führen Sie die Nadel unter beide Schlingen der ersten Masche der Runde.
  4. Gehen Sie dann zurück in die letzte Masche, von oben nach unten durch die Mitte.
  5. Ziehen Sie an, bis der neue Maschenkopf so groß ist wie die anderen.

Sie haben damit eine falsche Masche erzeugt, die genauso aussieht wie die echten. Bei Mützen, Amigurumi und allem Runden lohnt sich der Aufwand — er ist der Unterschied zwischen sichtbarer Naht und geschlossener Fläche.

Fäden mit einhäkeln

Für Streifen mit häufigem Farbwechsel gibt es eine Alternative zum Vernähen: den Faden gleich mit einarbeiten.

Legen Sie den alten Faden waagerecht auf die Oberkante der Reihe und häkeln Sie die nächsten sechs bis acht Maschen darüber, sodass er im Inneren der Maschen eingeschlossen wird. Dann abschneiden.

Das spart die Nachbearbeitung fast vollständig. Zwei Einschränkungen: Bei sehr kontrastreichen Farben schimmert der eingeschlossene Faden manchmal durch, und bei sehr lockerer Spannung hält es weniger zuverlässig als richtiges Vernähen.

Siehe auch: die Maschenprobe beim Häkeln.

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Häufige Fragen

Wann genau wechsle ich die Farbe?

Beim letzten Arbeitsschritt der letzten Masche in der alten Farbe. Sie holen den Faden für den abschließenden Durchzug bereits in der neuen Farbe — dadurch gibt es keinen halbfarbigen Übergangsstich.

Kann ich die Fäden einfach verknoten?

Besser nicht. Knoten arbeiten sich mit der Zeit an die Oberfläche, sind auf der Vorderseite sichtbar und gehen bei Belastung auf. Vernähen hält deutlich zuverlässiger.

Wie lang muss der Faden zum Vernähen sein?

Etwa fünfzehn Zentimeter. Kürzer lässt sich kaum sauber einfädeln, und zu kurz vernähte Fäden rutschen beim ersten Waschen wieder heraus.

Was ist die unsichtbare Methode für Ringe?

Statt mit einer Kettmasche zu schließen, schneiden Sie den Faden ab und nähen ihn mit der Nadel unter die erste Masche und zurück. Der Übergang verschwindet dadurch fast vollständig.

Muss ich die Fäden am Ende alle vernähen?

Ja — und am besten nicht am Ende. Eine Decke aus hundert Granny Squares hat zweihundert Fäden. Wer sie laufend vernäht, verteilt die Arbeit; wer sie aufspart, hat einen sehr langen letzten Abend.

Korrekturen

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