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Häkelarbeiten spannen — der Schritt, der alles zusammenhält

Wellige Ränder, schiefe Quadrate, ein Tuch ohne Form. Spannen behebt das meiste davon in einem Arbeitsgang — und bei manchen Garnen funktioniert es gar nicht.

Eine gehäkelte Decke wird flach zum Trocknen gespannt
emmajanehw · CC BY 2.0
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Viele Häkelnde hören zum ersten Mal vom Spannen, wenn sie sich fragen, warum ihre Arbeit nie so aussieht wie auf den Fotos in Anleitungen.

Der Unterschied ist selten die Technik. Es ist dieser eine Arbeitsgang am Schluss.

Das Wichtigste

Spannen heißt: das fertige Stück anfeuchten, in Form ziehen und in dieser Form trocknen lassen. Wellige Ränder werden gerade, schiefe Quadrate rechtwinklig, Spitzenmuster öffnen sich. Bei Wolle wirkt es dauerhaft, bei Acryl kaum — und bei Amigurumi sollte man es gar nicht tun.

Was es tatsächlich behebt

  • Wellige Ränder, die sich beim Häkeln nicht vermeiden ließen
  • Granny Squares, die nicht ganz quadratisch sind — und die sich dadurch nicht sauber zusammennähen lassen
  • Ungleichmäßige Maschen, die sich beim Spannen aneinander angleichen
  • Spitzen- und Lochmuster, die erst gespannt ihr Muster zeigen. Ein ungespanntes Tuch sieht oft aus wie ein zerknülltes Netz.
  • Sich einrollende Kanten

Was es nicht behebt: falsche Maschenzahlen. Ein Stück, das sich von Reihe zu Reihe verbreitert, bleibt auch gespannt ein Trapez. Spannen korrigiert Form, keine Fehler.

Was Sie brauchen

  • Eine flache Fläche, in die Nadeln gehen. Steckmatten aus Schaumstoff sind praktisch und billig; ein Bett oder ein Teppich mit mehreren Handtüchern darüber funktioniert genauso.
  • Rostfreie Stecknadeln. Der Punkt ist wichtig — normale Nadeln hinterlassen Rostflecken auf feuchtem Garn, und die gehen nicht mehr heraus.
  • Wasser, und je nach Methode ein Sprühfläschchen oder eine Schüssel.
  • Ein Maßband, wenn das Stück ein bestimmtes Maß haben soll.

Die drei Methoden

Nassspannen — am gründlichsten

Für Wolle und Naturfasern.

  1. Das Stück in lauwarmem Wasser einweichen, etwa zwanzig Minuten.
  2. Herausnehmen, nicht auswringen. Vorsichtig zwischen zwei Handtüchern ausdrücken.
  3. Flach auslegen und in Form ziehen.
  4. Feststecken — Ecken zuerst, dann die Kanten dazwischen.
  5. Vollständig trocknen lassen.

Sprühspannen — schonender

Für Stücke, die nicht durchnässt werden sollen.

Trocken feststecken, dann mit einer Sprühflasche gleichmäßig befeuchten, bis es durchfeuchtet ist. Trocknen lassen.

Dampfspannen — für Acryl

Der einzige Weg, bei dem Acryl überhaupt reagiert, und der mit dem größten Risiko.

Feststecken, dann ein Dampfbügeleisen einige Zentimeter über die Oberfläche halten. Das Eisen darf das Garn nicht berühren.

Acryl schmilzt

Acryl ist ein Kunststoff. Zu viel Hitze oder direkter Kontakt mit dem Bügeleisen lässt die Fasern zusammenfallen — das Ergebnis ist hart, flach und glänzend, und es ist unumkehrbar. Es gibt keine Reparatur. Testen Sie immer zuerst an einem Probestück oder an einer Ecke, die später verdeckt ist.

Was welche Faser macht

FaserErgebnis
WolleAusgezeichnet, hält dauerhaft
BaumwolleGut, hält recht gut
LeinenSehr gut
Alpaka, MohairGut, aber vorsichtig — dehnt sich leicht zu weit
AcrylNur mit Dampf, und der Effekt verschwindet beim nächsten Waschen
MischungenJe nach Anteil, meist eingeschränkt

Der Grund dafür ist einfach: Naturfasern haben eine Struktur, die sich beim Befeuchten neu ordnen und in der neuen Lage trocknen kann. Acryl ist ein glatter Kunststofffaden, der keine solche Struktur besitzt — er behält seine ursprüngliche Form, sobald er wieder nass wird.

Für ein Acrylprojekt heißt das: Formfehler müssen beim Häkeln vermieden werden, weil sie sich hinterher nicht beheben lassen.

Was Sie nicht spannen sollten

  • Amigurumi. Sie sollen fest und formstabil sein; Spannen lockert genau das auf.
  • Taschen und Körbe. Dieselbe Begründung — Steifigkeit ist hier eine Eigenschaft, kein Fehler.
  • Alles mit sehr elastischem Bündchen, das seine Spannkraft verlieren würde.
  • Stücke aus mehreren Fasern, die unterschiedlich reagieren, ohne vorher zu testen.

Der praktische Tipp für Granny Squares

Wenn Sie viele gleiche Quadrate spannen müssen, stecken Sie das erste sorgfältig auf Maß fest und markieren Sie die Nadelpositionen auf der Matte. Alle weiteren Quadrate stecken Sie dann auf dieselben Markierungen.

Das kostet beim ersten Quadrat fünf Minuten und macht die restlichen neunundneunzig exakt gleich groß — was den Unterschied ausmacht zwischen einer Decke, die sich sauber zusammennähen lässt, und einer, die sich wellt.

Siehe auch: die Maschenprobe beim Häkeln.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Spannen beim Häkeln?

Das fertige Stück wird angefeuchtet, in die gewünschte Form gebracht und in dieser Form getrocknet. Die Fasern nehmen die neue Anordnung an, sodass Ränder gerade und Maschen gleichmäßig werden.

Muss ich jedes Projekt spannen?

Nein. Bei Amigurumi und Taschen wäre es sogar schädlich, weil sie ihre Festigkeit verlieren. Bei Tüchern, Granny Squares, Spitze und allem mit geraden Kanten macht es einen großen Unterschied.

Funktioniert Spannen bei Acrylgarn?

Nicht wie bei Wolle. Acryl ist ein Kunststoff und nimmt die Form nicht dauerhaft an — nach dem nächsten Waschen ist der Effekt weg. Mit Dampf lässt es sich formen, aber das erfordert Vorsicht.

Was brauche ich dafür?

Eine flache Fläche, in die man Nadeln stecken kann, rostfreie Stecknadeln und Wasser. Steckmatten sind bequem, ein mit Handtüchern belegtes Bett tut es genauso.

Wie lange muss es trocknen?

Bis es vollständig trocken ist, meist zwölf bis vierundzwanzig Stunden. Ein Stück, das noch feucht abgenommen wird, zieht sich zurück in seine alte Form.

Korrekturen

Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns — wir korrigieren ihn und vermerken die Änderung am Ende des Artikels. Hello@daily-atlas.com

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